Virtualisierung
In der Informatik ist die eindeutige Definition des Begriffs Virtualisierung nicht möglich, da der Begriff in vielen unterschiedlichen Anwendungsfällen anders ausgeprägt ist. Es gibt viele Konzepte und Technologien im Bereich der Hardware und Software, die diesen Begriff verwenden. Ein sehr offener Definitionsversuch lautet wie folgt: Virtualisierung bezeichnet Methoden, die es erlauben, Ressourcen eines Computers (insbesondere im Server-Bereich) zusammenzufassen oder aufzuteilen.
Neben dem Thin-Computing, welches auch eine Art von Virtualisierung zu verstehen ist, verwenden wir noch fortschrittliche Virtualisierungstechnologien für Serverhardware und Speicher.
Der herkömmliche Ansatz für die Bereitstellung von Serverhardware „Ein Workload, ein System“ führt unvermeidlich zu einer übermäßigen Bereitstellung und unzureichenden Auslastung von Hardwarekomponenten. Die meisten dieser Server nutzen nur 5 bis 25% ihrer Kapazität.
Aufgrund dieser zu geringen Serverauslastung steigen die Kosten für Energieversorgung, Kühlung, Netzwerkinfrastruktur, Storage-Infrastruktur, Administration und Immobilien immer weiter an. Unnötiger Server-Wildwuchs wird vermieden, indem physische x86-Systeme in vollwertige virtuelle Maschinen konvertiert werden. Virtuelle Systeme werden unabhängig von der zu Grunde liegenden Hardware ausgeführt und werden von einer breiten Palette physischer Server unterstützt – von Systemen mit zwei bis hin zu 32 CPUs.
Jedes virtuelle System steht für ein komplettes System mit Prozessoren, Arbeitsspeicher, Netzwerkfunktionen, Storage und BIOS, sodass auf einem physischen System gleichzeitig Windows, Linux, Solaris und NetWare zusammen mit den entsprechenden Anwendungen ausgeführt werden können. Durch die Ausführung mehrerer Workloads auf optimal konfigurierten x86-Servern kann die Auslastung der Serverhardware auf bis zu 90% gesteigert werden.
Bei ITSC verwenden wir Servervirtualisierung sowohl für die Serversysteme als auch für ausgesuchte Desktopsysteme, die wegen der verwendeten Programmvielfalt nicht oder sehr schwer in die Terminalserver migriert werden können.
Speichervirtualisierung ist eine Technik aus der Informatik um die physischen Eigenschaften von vorhandenem Speicherplatz gegenüber Nutzern scheinbar zu verändern. Die Technik wird eingesetzt, damit Nutzer den vorhandenen Speicherplatz nicht zwingend entlang der physischen Grenzen, zum Beispiel pro Festplatte oder pro Speichereinheit, aufteilen müssen. Durch Speichervirtualisierung erscheint Nutzern Speicherplatz demnach virtuell: Der Speicherplatz kann durchaus in Speichersysteme oder Festplatten eingeteilt sein, nur müssen diese Medien nicht physisch vorhanden sein. Eine Software stellt sicher, dass die virtuelle Speichereinteilung auf geeignete Art und Weise auf den physisch vorhandenen Speicherplatz passt.
Nutzer profitieren von Speichervirtualisierung, indem sie nicht an physischen Grenzen gebunden sind. Umstrukturieren oder erweitern des physischen Speicherangebots stört Nutzer des Speicherangebots weniger, wenn der Speicher virtualisiert zur Verfügung steht. Für Systembetreuer besteht der Vorteil andererseits darin, dass das vorhandene physische Speicherangebot effektiver auf die vorhandenen Nutzer aufgeteilt werden kann. Der Auslastungsgrad verbessert sich.